Tag 7: Simrishamn – Utklippan

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„Heute ist keiner da“ sagt Christian, als wir durch die Hanöbucht fahren, „ich habe noch nie so wenig um uns herum gesehen“. Das stimmt. Keine anderen Boote, keine Segler, keine Fischer, keine Frachter, kein Land in Sicht, keine Tümmler. Ein paar Wasservögel vielleicht. Und sonst nichts. Keine Wolken, strahlend blauen Himmel. Aber noch etwas fehlt: Der Wind.

Entgegen der Vorhersagen haben wir 1 m/s statt 4-5 m/s Wind und das heisst motoren statt segeln. So brummt der Motor und wir auch ein bisschen. Nicht dass wir uns beklagen könnten bei diesen Bedingungen. Bisher läuft alles wie am Schnürchen. Aber das Motto war doch ‚Unter weißen Segeln durch die Hanöbucht fliegen“ (oder so ähnlich) … und nicht vor sich hinknattern. Um Mittag ist der Wind dann aber doch gnädig und schenkt uns ein paar Meilen Segeln.

Wir lenken uns ab mit Lazy Chill Afternoon Bordmusik und dem Gedanken auf Grillen im Sonnenschein auf Utklippan, einer ersten Schäre, auf der es einen Leuchtturm gibt, einen Hafen und jede Menge Vögel. Und sonst nichts.

Hier noch ein (ungefragter) Kommentar zum Tag:

Es war ja schon immer wichtig, dass sich jeder Gedanken macht, welchen Beruf er mal ergreifen möchte und ob er für den Traumjob geeignet ist. Eigentlich hat sich das rumgesprochen und man trifft immer wieder Menschen, die offensichtlich den richtigen Job haben.

Der gestrige Tag hat bei mir jedoch Zweifel aufkommen lassen, ob im Bereich der Meteorologie dieser freiwillige Selbsttest ausgefallen ist oder zu lasch ausgelegt wurde. Nein – das soll jetzt auf keinen Fall das übliche Segler-Wettergejammer werden. Es soll vielmehr die umfassende und abschließende Abrechnung mit der Zunft der Wetterfrösche sein.

O.K. das Wetter an sich lässt keine Wünsch offen. Sonne, Wind, Temperatur in der ersten Urlaubswoche absolut Paletti. Sogar deutlich mehr als „met expectations“.

ABER: Die Korrelation zwischen dem Vorhergesagten Wetter und den vorgefundenen Bedingungen lässt Zweifel aufkommen, ob wir die Vorhersage eine anderen Kontinents oder Planeten abonniert haben. Zum Glück war es bislang meist besser als vorhergesagt.

Ein Kollege in der Beratung sagte mal: „Wenn man keine Ahnung hat – einfach  mal die Fresse halten“. Übertragen auf die Wetterfrösche würde ich vorschlagen die Vorhersagen bei denen komplexe Lagen eine gute Prognose schwer machen schlicht mit einem Hinweis zu versehen, dass es auch ganz anders kommen könnte.

Was soll’s. Alles bestens in Schweden. Muss jetzt dringend aus der Sonne, sonst hole ich mir einen fiesen Sonnenbrand (Luxusproblem).

Ein Gedanke zu “Tag 7: Simrishamn – Utklippan

  1. Andi

    Mir fällt gerade ein Zitat ein, dass hierzu sehr gut passt:“Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“
    Leider ist nicht genau geklärt, wer diese Weisheit von sich gegeben hat, aber ich finde sie klasse 🙂

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